Film: "Wenn du etwas verändern willst?"

Veröffentlicht am 24.07.2013 in Veranstaltungen

Die Gründung des „Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins“ ADAV im Jahre 1863 gilt als Geburtsstunde der SPD.

Nicht allzu groß war die Zahl der Zuschauer im Künzelsauer Prestige Kino und im Haus „An der Walk“ in Öhringen, als der Kreisverband der SPD Hohenlohe anlässlich des 150. Geburtstages der SPD den Film „150 Jahre SPD- Wenn du was verändern willst, …“ zeigte. Dabei hatte Christian König, der Leiter des Kreismedienzentrums Künzelsau, ein besonderes Schmankerl mitgebracht: Als Vorfilm zeigte er einen Schmalfilm von wenigen Minuten Länge, der eine Wahlveranstaltung mit Willy Brandt in Öhringen zeigte, als er im Jahr 1964 den damaligen Direktkandidaten der SPD, Pfarrer Siegfried Bassler, mit einer Kundgebung unterstützte und es sich nicht nehmen ließ, bei ihm zu Hause in Waldbach zu einem kurzen Kaffeebesuch mitzukommen.

Die Kandidatin der SPD für die diesjährigen Bundestagswahlen, Annette Sawade, verwies in ihrem Grußwort mit Stolz darauf, dass die SPD als einzige Partei auf eine Geschichte von 150 Jahren zurückblicken könne, in der sie nie ihren Namen wechseln musste, weil sie sich für ihr Handeln nicht schämen muss, sondern durchgängig für Demokratie, Freiheit und solidarisches Handeln sich eingesetzt habe, getreu dem von Franz Müntefering ausgegebenen Motto „Wenn du was verändern willst, was besser machen willst, dann musst du nicht abwarten, dass irgendwer kommt, der das macht, sondern musst selbst anfangen.“

Den langen Weg der SPD zu diesem Ziel stellte eindrucksvoll der sich anschließende Film dar. Mit zahlreichen Zeitdokumenten und erklärenden Kommentaren sozialdemokratischer Urgesteine wie Helmut Schmidt, Jochen Vogel, Erhard Eppler, und Franz Müntefering führt er im ersten Kapitel von der Gründung des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins durch Ferdinand Lassalle 1863 in Leipzig bis zum Ende des 1. Weltkriegs 1918 und zeigt, wie wichtig für diese Zeit die Bildungsarbeit war, da nur, wer Bescheid weiß, die Welt versteht und seine Interessen vertreten kann mit dem Ziel demokratischer Teilhabe. Die schwierige Situation der Sozialdemokratie zu Beginn des ersten Weltkriegs, die mit der Zustimmung zu den Kriegskrediten zur Spaltung führte, spart der Film nicht aus.

Die Zeit der Weimarer Republik ist Thema des zweiten Kapitels. Hervorgehoben werden die durch Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten gewonnenen demokratischen Errungenschaften wie das Frauenwahlrecht, der 8-Stundentag, verstärkte Rechte der Gewerkschaften, das Streben nach europäischer Einigung als Grundlage einer Friedensordnung. Aufgezeigt wird der oft verzweifelte, im Nachhinein oft kritisierte Kampf der SPD, das politische Chaos dieser Zeit in Griff zu bekommen, was letztlich am Mangel überzeugter Demokraten scheiterte und die Nationalsozialisten an die Macht brachte, denen sich in der Debatte um das Ermächtigungsgesetz am 23. März 1933 im Reichstag nur noch die Sozialdemokraten wiedersetzten mit dem mutigen Satz ihres Fraktionsvorsitzenden Otto Wels: „ Leib und Leben kann man uns nehmen, aber die Ehre nicht“.

Das mühsame Ringen der Sozialdemokratie um Regierungsbeteiligung und Mehrheiten in der Zeit von 1945 bis 1969 wird im dritten Kapitel dargestellt. Die bittere Enttäuschung, aus der ersten Bundestagswahl nur als zweitstärkste Fraktion herauszugehen, die Auseinandersetzungen in der Opposition um die Einführung der Bundeswehr und den Eintritt in die NATO und die Entwicklung hin zur Volkspartei mit dem Godesberger Programm 1959 werden nachgezeichnet, verknüpft mit den großen Gestalten der Sozialdemokratie dieser Zeit, Kurt Schumacher, Fritz Erler, Carlo Schmidt, Erich Ollenhauer und schließlich Willy Brandt, der wie kaum ein anderer in der Parteigeschichte geschmäht, aber auch geliebt wurde.

Das letzte Kapitel gilt der Zeit von 1970 bis heute. Vor allem Egon Bahr, Helmut Schmidt, Sigmar Gabriel und Gerd Schröder zeichnen die Geschichte erfolgreicher sozialdemokratischer Regierungspolitik nach. Dass dabei die Leistungen Willy Brandts in der Ost- und Friedenspolitik als wichtiger Schritt zur Wiedervereinigung 1989 besonders hervorgehoben werden und der versöhnende Kniefall Brandts am Ehrenmal von Warschau herausgehobene Erwähnung finden, lässt die wertorientierten Zielsetzungen sozialdemokratischer Kultur und Denkweise erahnen und verstehen und leitet über zu dem, was nach wie vor Mittelpunkt sozialdemokratischer Arbeit sein soll: Demokratie in Gleichheit, Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität.

 

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Unsere Abgeordnete in Europa: Evelyne Gebhardt

Neues aus dem Land

1. Solidarischer Umgang: Wir in Baden-Württemberg haben unsere Lektion gelernt. Eine Partei, die Solidarität zu ihren Grundwerten zählt, muss diese auch im Umgang miteinander leben.

2. Parteiführung auf breitem Fundament: Die zukünftige Parteiführung darf nicht im Hinterzimmer "ausgekungelt" werden. Wir fordern bei dieser Entscheidung eine Einbindung der Mitglieder. Dabei ist auch eine Vorwahl wie in anderen europäischen Ländern denkbar, an der nicht allein Parteimitglieder teilnehmen. Unabhängig davon, für welches Führungsmodell sich die SPD entscheidet, müssen die zu wählende Parteispitze und die Partei den Grundsatz der Solidarität aber auch leben.

3. Inhaltliche Klarheit: Die SPD muss Klarheit schaffen, welche Vorhaben in der Großen Koalition noch umgesetzt werden müssen. Dazu gehören zum Beispiel das Klimaschutzgesetz und die Grundrente. Diese Initiativen sind originäre Anliegen der SPD.

4. Überprüfung der GroKo: Die Entscheidung, ob wir Teil der Bundesregierung bleiben, erfolgt gemäß Koalitionsvertrag durch eine offene und transparente Überprüfung (Revisionsklausel) bei einem Bundesparteitag im Dezember 2019.

5. Neues Grundsatzprogramm: Unabhängig von der Frage der Regierungsbeteiligung treten wir für die Erarbeitung eines neuen, sozialökologisch ausgerichteten Grundsatzprogramms der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands ein.

Der SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Andreas Stoch erklärt zum angekündigten Rücktritt der Partei- und Fraktionsvorsitzenden Andrea Nahles:

"Dieser Rücktritt überrascht mich, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt. Natürlich ist er zu respektieren, denn der persönliche Druck auf Andrea Nahles ist mit jedem Tag weiter bis ins Unermessliche gestiegen. Dennoch bedaure ich diesen Schritt. Viele Probleme, in denen die SPD steckt, sind nicht erst in der Amtszeit von Andrea Nahles entstanden. Aber das Entscheidende ist doch: Wir haben in der SPD bundesweit bislang keinen Plan B - weder inhaltlich noch programmatisch noch personell.

Wir müssen uns jetzt alle zusammenreißen und in den kommenden Tagen in hoher Verantwortung gegenüber unserer Partei und unseren Mitgliedern miteinander diskutieren und miteinander handeln - und zwar mit kühlem Kopf und heißem Herzen. Es geht hier um den Fortbestand der deutschen Sozialdemokratie."

Das Bündnis für gebührenfreie Kitas in Baden-Württemberg steht: Zwölf Organisationen haben sich zusammengeschlossen, um sich neben dem Ausbau und der Qualitätsentwicklung für Gebührenfreiheit in der frühkindlichen Bildung stark zu machen. Den Bündnispartnern geht es dabei darum, Familien zu entlasten, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf voranzutreiben, mehr Bildungsgerechtigkeit und gleiche Lebensverhältnisse im Südwesten zu schaffen - und nicht zuletzt Kinderarmut zu bekämpfen, die es auch in Baden-Württemberg gibt. Bei der Vorstellung des Bündnisses am 29. Mai in Stuttgart haben die Partner ihre Motivation und ihre Beweggründe im Einzelnen dargelegt.

Mehr Infos hier.

"Es ist ein Wahlabend, über den wir in der Partei fair, aber auch schonungslos und zukunftsgerichtet reden müssen, auf allen Ebenen. Um die 15,5 Prozent bei der Europawahl bundesweit sind für die SPD eine herbe Enttäuschung - selbst dann, wenn das Ergebnis vom letzen Mal ehrlicherweise in weiter Ferne lag.

Eine Woche vor der Europawahl hat die SPD Baden-Württemberg den Wahlkampfendspurt eingeläutet. 500 Menschen auf dem proppenvollen Marktplatz in Heidelberg waren dabei, um Katarina Barley, Andrea Nahles und Andreas Stoch live zu erleben. Viel Beifall gab es für die klaren Ansagen im Kampf gegen Rechtspopulisten.

Nahles zur CDU: "Sprechen Sie mit einer Stimme"

"Wir alle müssen nun entscheiden, ob wir ein Europa haben wollen, in dem die Staaten mit Respekt und auf Augenhöhe zusammenarbeiten - oder ein nationalistisches Europa, in dem jeder nur an sich selbst denkt", erklärte SPD-Spitzenkandidatin Katarina Barley.

Gute frühkindliche Bildung funktioniert für uns im Dreiklang aus Gebührenfreiheit, Betreuungskapazitäten und Qualitätsentwicklung. Mehr Plätze und mehr Qualität kann es aber nur geben, wenn wir auch mehr Fachkräfte für die Kitas gewinnen.

Unser Maßnahmenpaket:

Über 100 Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten sind am Wochenende bei einer kommunalpolitischen Konferenz auf der Stuttgarter Waldau zusammengekommen, um gemeinsam in die "heiße Phase" zur Kommunal- und Europawahl am 26. Mai zu starten. Franziska Giffey schwor die Genossinnen und Genossen auf einen starken und selbstbewussten Schlussspurt ein. "Gute Kitas, starke Familien, eine echte Fachkräfteoffensive - dafür steht die SPD", erklärte die Bundesfamilienministerin.

SPD-Generalsekretär Sascha Binder hat die Kritik des Vereins "Mehr Demokratie" aufgegriffen, der die Ablehnung des von der SPD initiierten Volksbegehrens über kostenlose Kitas durch die Landesregierung bemängelt. "Ministerpräsident Kretschmann führt eine Landesregierung, die direkte Demokratie in diesem Land unmöglich macht", betonte Binder.

SPD-Generalsekretär Sascha Binder hat die heutige Wiederwahl des CDU-Landesvorsitzenden Thomas Strobl als "reines Placebo" bezeichnet.

"Die Delegierten haben Strobl als Landesvorsitzendem eine Gnadenfrist gegeben, um nicht kopflos in die Europa- und Kommunalwahl zu schlittern. Insofern hat er sich noch einmal über diese Hürde hinüber gerettet. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Bei der Spitzenkandidatur in Baden-Württemberg ticken die Uhren anders", so Binder.

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