Jugend macht Kommunalpolitik

Veröffentlicht am 18.06.2014 in Presseecho

Neue Räte im Gespräch, v.l.n.r.: Laura Pano, Jasemin Sulejmanov, Patrick Wegener! Quelle: stimme.de

Bericht aus der HZ vom 18. Juni 2014.

Unser neuer jung-Stadtat Patrick Wegener im Gespräch mit seinen neuen Kolleginnen im Öhringer Stadtrat. Er sieht Chancen, dass die jungen Mitglieder des Stadtrates in den nächsten Jahren viele junge Menschen abholen können, um zu zeigen, dass Kommunalpolitik mehr ist, als vermutet.

 

Von Redakteur Peter Hohl

An Selbstbewusstsein fehlt es Laura Pano nicht: „Temperament und Durchsetzungsvermögen haben wir alle drei“, sagt die 19-Jährige. Gemeinsam mit dem gleichaltrigen Patrick Wegener und der gut vier Jahre älteren Jasemin Sulejmanov zieht sie Mitte Juli in den neuen Öhringer Gemeinderat ein. Das Trio sieht sich in erster Linie als „Vertreter der Jugend“ in einem Gremium, das zuletzt doch in die Jahre gekommen ist: Im noch amtierenden Gemeinderat sind gerade einmal vier von 38 Mitgliedern jünger als 50 Jahre, davon nur einer jünger als 40. Das wird sich ab Juli deutlich ändern.

„Wir haben richtig viele Stimmen von den Erstwählern bekommen“, sagt Laura Pano: „Die wissen, dass sie sich auf uns verlassen können.“ Sie wünscht sich vor allem, „dass im Jugendkulturhaus Fiasko mehr passiert“. Jasemin Sulejmanov hat gehört, dass auch etliche Familien die jungen Kandidaten gewählt haben, um die Generation der Kinder im Rat zu stärken.

Patrick Wegener war einige Jahre einer der Sprecher des Öhringer Jugendforums. Doch immer nur Empfehlungen an die kommunalpolitischen Entscheidungsträger geben zu dürfen, das war ihm auf Dauer zu wenig: „Irgendwann will man auch mal Entscheidungen treffen.“

Mühsames Geschäft Doch Wegener weiß: „Es ist nicht einfach. Es gibt nicht von einem Tag auf den anderen vier Bolzplätze.“ Kommunalpolitik kann ein mühsames Geschäft sein, das haben Patrick Wegener und Laura Pano bereits mitbekommen, als sie vom Besucherplatz aus eine Ratssitzung verfolgt haben. Das „viele Papier“ habe ihr nicht gefallen, sagt Pano. Und am liebsten hätte sie gleich mitdiskutiert.

Patrick Wegener ist über die (partei-)politische Arbeit in den Gemeinderat gekommen und folgerichtig in der SPD-Fraktion gelandet. Laura Pano und Jasemin Sulejmanov sind von erfahrenen Grünen-Politikerinnen, die sie privat kennen, zur Kandidatur motiviert worden. Sie gehören der Fraktion von UNS/Grüne an, die als einzige Liste bei der Kommunalwahl Ende Mai an Prozenten zugelegt hat. Parteimitglieder bei den Grünen sind beide (noch) nicht.

Patrick Wegener hat im Wahlkampf die sozialen Netzwerke wie Twitter und Facebook genutzt, aber auch auf die ganz altmodische Art Plakate mit seinem Gesicht am Straßenrand aufgehängt. „Öhringen ist klein. Da hilft auch ein Plakat“, ist der 19-Jährige überzeugt. Und: „Der persönliche Kontakt ist prägend für die Kommunalwahl.“ Das bestätigt Jasemin Sulejmanov: „Es hat mehr mit der Persönlichkeit zu tun als mit der Partei.“

Generationenfrage Kommunalpolitik ist in der Generation der um die 20-Jährigen nun wahrlich nicht das große In-Thema. Die Parteien und Wählervereinigungen tun sich immer wieder schwer, junge Kandidaten auf ihren Listen zu platzieren. Haben Laura Pano, Jasemin Sulejmanov und Patrick Wegener von ihrer Altersgenossen nicht häufig die Frage zu hören bekommen, warum sie sich das antun? „Ja“, antwortet das Trio wie aus einem Munde.

Aber gerade dies sei auch Motivation: Leute für Politik zu interessieren, die zwar Wünsche haben oder auch kritisieren, sich aber nicht engagieren wollen. „Das können wir uns zum Hauptziel machen, dass wie die abzuholen“, sagt Wegener. Denn die lokalen Themen – etwa die Busanbindung der Ortsteile – beträfen die Leute wirklich.

Werden die drei Jungstädträte – anders als ihre Vorgängerin Katharina Kern vor fünf Jahren – die gesamte Amtszeit bis 2019 im Gemeinderat bleiben? „Fünf Jahre sind recht unflexibel für junge Menschen“, gesteht Patrick Wegener, der seit einigen Monaten zwischen Jena und Öhringen hin und her pendelt. „Pendeln schafft man schon“, glaubt Laura Pano, die in gut einem Jahr ihr Studium beginnen will. Jasemin Sulejmanov hat zwar einen Arbeitsplatz in Öhringen. Aber fünf Jahre sind auch für sie eine lange Zeit.

 

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